Unterschriften & Briefe

Einführung in die Unterschriften von Daumier

Bei der Betrachtung der 4’000 Drucke von Daumier ist es interessant, die vielen verschiedenen Signaturen zu beobachten, mit denen er seine lithografischen Steine kennzeichnete. Im Gegensatz zu Künstlern wie Van Gogh oder Picasso variierte Daumier seine Signaturen und sogar seine Monogramme auf vielfältige Weise.

Wir haben uns bemüht, einige Beispiele für Daumiers Monogramme und Unterschriften zu zeigen. In Anbetracht der erstaunlichen Menge von 4’000 Lithographien, 1’000 Holzstichen, fast 2’000 Zeichnungen und Aquarellen und 500 Gemälden war es einfach nicht möglich, mehr als einen kleinen Teil aller seiner Signaturen zu zeigen.

Wir haben daher darauf verzichtet, diesen Abschnitt zu überfrachten, und lediglich einige typische Beispiele aus verschiedenen Epochen angeführt. Wenn Sie einen wichtigen Druck, eine Zeichnung oder ein Gemälde kaufen möchten, sollten Sie auf jeden Fall einen Experten zu Rate ziehen. Wir beraten Sie bei Bedarf gerne.

Interessant ist, dass Daumier in den Anfängen seines Schaffens auch einige Drucke mit dem Pseudonym Rogelin signierte. Für weitere Einzelheiten konsultieren Sie bitte das Daumier-Register.

Wir zeigen in diesem Abschnitt auch einige Briefe von Daumier. Leider sind die Briefe von Daumier sehr selten. Im Gegensatz zu Van Gogh war er kein leidenschaftlicher Briefschreiber, aber wir hoffen, mehr Informationen über Daumiers Briefe sammeln zu können.

BRIEFE von Honoré Daumier

Ein Brief von Daumier an einen ungenannten Korrespondenten, adressiert an „M“ (für Monsieur). Er ist undatiert und unsigniert.

Er lehnt höflich und ausführlich ab, verspricht aber, der Bitte seines Korrespondenten zu einem späteren Zeitpunkt nachzukommen („que je ne peux pas determiner“ „noch zu vereinbaren“).

Ein Brief von Daumier signiert “h Daumier”, datiert “17 Mercredi”, veröffentlicht im Buch von Frantz, H. und Uzanne, O. “Daumier and Gavarni”, 1904.

Dieser Brief wurde von Daumier während seines Aufenthaltes im Gefängnis St. Pélagie am 9. Oktober 1832 geschrieben. Der original französische Text dieses Briefes, der im April 1971 auf der Ingelheimer Ausstellung gezeigt wurde, lautet wie folgt:

Mon cher Genron, ich bin gezwungen, dir zu schreiben, da ich dich nicht besuchen kann, da ich wegen einer leichten Unpässlichkeit in St. Pèlagie festgehalten werde…
Ich warte ungeduldig auf deine Antwort. Bitte antworte mir sofort, wenn es um Cabat oder Huet geht.

Grüße an deine Familie
Adieu la Gouape
h.-D.

sie ist immer noch in all ihrem Charme (die Republik) rede nicht mit mir über Politik, denn die Briefe werden entsiegelt.

Brief von H. Daumier, datiert auf den 13. Juni (ohne Jahr), an eine unbekannte Person über seine beiden Gemälde „Les Lutteurs“ und „Don Quichotte“. (©Musée Mariemont, Belgien)

Mon cher Monsieur Martinet.

Ayez la bonté remettre les deux tableaux Les Lutteurs et le Don Quichotte é la personne qui vous remettera ce mot.

Votre tout dévoué
h. Daumier
Vendredi 13 juin

Mein lieber Herr Martinet.

Bitte übergeben Sie die beiden Bilder „Les Lutteurs“ und „Don Quichotte“ an die Person, die Ihnen diese Nachricht übergibt.

Ihr ganz ergebener
h. Daumier
Freitag, 13. Juni

Dieser handschriftliche Brief, der sich heute im belgischen Musée Mariemont befindet, bezieht sich auf das Gemälde DR7189 „Les lutteurs“ sowie auf ein Don Quichotte-Gemälde, das im Auftrag von Daumier an dieselbe, bisher nicht identifizierte Adresse geschickt wurde. Wir haben die verschiedenen Möglichkeiten zur Identifizierung der Gemälde untersucht und sind zu dem Schluss gekommen, dass es sich bei diesen Gemälden um DR7189 („Les lutteurs“) und entweder DR7033 („Don Quichotte et Sancho Pansa se rendant aux noces de Gamaches“) oder DR7171 („Don Quichotte et Sancho Pansa“) handelt. Alle drei befanden sich zu Daumiers Zeiten im Besitz von Charles oder Paul Aubry. Der Brief ist ein interessantes Zeitdokument.

Mon cher Monsieur Walbier, Feuchère est mort ce matin a une heure. venez si vous pouvez

h.Daumier

Brief von H. Daumier an Emile Walbier über den Tod seines Freundes, des Künstlers Jean-Jacques Feuchère, 25. Juli 1852. Feder und braune Tinte auf elfenbeinfarbenem Velin. Eigentum des Art Institute of Chicago.

Mon cher Rousseau

pouvons nous aller passer quelques jours avec vous? Si cela est possible ne nous repondez pas; nous partirons Samedi soir ou Dimanche. dans le cas ou cela vous generait ayez la bonté de nous le dire.
une bonne poignée de main en attendant le plaisir de vous voir

h Daumier.

Undatierter Brief von H. Daumier an Théodore ROUSSEAU, Künstler, Maler in Barbizon mit dem Vorschlag, einige Tage bei Rousseau zu verbringen.

ÜBERSETZUNG:

Mein lieber Rousseau

Können wir ein paar Tage bei Ihnen verbringen? Wenn es möglich ist, antworten Sie uns nicht; wir werden am Samstagabend oder Sonntag abreisen. Wenn es Sie stört, seien Sie so gut und sagen Sie es uns.
Ich drücke Ihnen die Hand und wir freuen uns darauf, Sie zu sehen.

h Daumier.

29 Xbre 69 (ausgestrichen)
30 Janvier 70

Monsieur.

Me voici rentré à Paris dont j’ai été absent tout l’été.

Je suis maintenant Monsieur tout a votre disposition: quand j’aurai l’honneur de vous voir, je vous dirai lau cause de l’impardonnable retard de ma réponse a votre lettre du mois de Juin!
en attendant, excusez moi Monsieur et agréez l’expression de mes sentiments distingués

h.Daumier
J’ai a votre disposition un portrait lithographié et une photographie

ÜBERSETZUNG:

Monsieur.

Ich bin nun wieder in Paris, wo ich den ganzen Sommer über abwesend war.

Wenn ich die Ehre habe, Sie zu sehen, werde ich Ihnen sagen, was der Grund für die unverzeihliche Verspätung meiner Antwort auf Ihren Brief vom Juni war.
In der Zwischenzeit entschuldigen Sie sich bitte bei mir, Herr, und nehmen Sie den Ausdruck meiner vorzüglichen Gefühle an.

h.Daumier
Ich habe ein lithographiertes Porträt und eine Fotografie für Sie.

Handschriftlicher Brief von Honoré Daumier. Reproduktion mit freundlicher Genehmigung der Norton Simon Art Foundation. Pasadena, CA (USA).

Samedi, 2 10bre 76

Cher Monsieur Montrosier
Je serai chez moi demain toute la journée
Je vous serre bien la main en attandans le plaisir de vous voir
Tout à vous

h.Daumier

Brief von Honoré Daumier an Monsieur Montrosier, den er einlädt ihn am folgenden Tag zu besuchen.  20.9 x 13.5 cm.

Photograph from Kornfeld auction catalogue, June 6, 2008

Brief (Privatsammlung) von Daumier an Bocage in dem er um Eintrittskarten für 3 Personen und 2 Kinder bittet, eine alte Schuld, die er mit Hilfe des Empfängers zurückzuzahlen versucht.

Mon cher Donateur,

Je viens tardivement vous demander entrée chez vous ce soir pour 3 personnes plus 2 enfans c’est une vieille dette qu’avec votre aide je pourrai acquitter
a Vous tout
h. Daumier
…avril 1850

Oben rechts eine Bemerkung des Empfängers: 1 loge … treize. Six cent soixante quatrième

(Ich bitte Sie etwas spät um den Eintritt von drei Personen und zwei Kindern heute Abend. Es ist eine alte Schuld von mir, die ich mit Ihrer Hilfe zurückzahlen kann).

Der Schauspieler Pierre-Matrinien Tousez, genannt Bocage, war von 1845 bis 1848 Direktor des Theaters (der Brief stammt aus dem Jahr 1850). Reproduktion dieses Briefes und Informationen mit freundlicher Genehmigung von Sabine Koitka, Buchkunst + Hommagerie, Basel, Schweiz.

Brief von H. Daumier, datiert 13. Juni (ohne Jahr) an eine unbekannt Person über seine zwei Gemälde „Les Lutteurs“ und „Don Quichotte“. (©Musée Mariemont, Belgium)

Mon cher Monsieur Martinet.

Ayez la bonté remettre les deux tableaux Les Lutteurs et le Don Quichotte é la personne qui vous remettera ce mot.

Votre tout dévoué
h. Daumier
Vendredi 13 juin

Dieser handschriftliche Brief, der sich heute im belgischen Musée Mariemont befindet, bezieht sich auf das Gemälde DR7189 „Les lutteurs“ sowie auf ein Don Quichotte-Gemälde, das im Auftrag von Daumier an dieselbe, bisher nicht identifizierte Adresse geschickt wurde. Wir haben die verschiedenen Möglichkeiten zur Identifizierung der Gemälde untersucht und sind zu dem Schluss gekommen, dass es sich bei diesen Gemälden um DR7189 („Les lutteurs“) und entweder DR7033 („Don Quichotte et Sancho Pansa se rendant aux noces de Gamaches“) oder DR7171 („Don Quichotte et Sancho Pansa“) handelt. Alle drei befanden sich zu Daumiers Zeiten im Besitz von Charles oder Paul Aubry. Der Brief ist ein interessantes Zeitdokument.

Brief datiert 8. Februar (ohne Jahr) von Honoré Daumier an eine unbekannte Person über sein Gemälde „Les Buveurs“. (©Musée Mariemont, Belgium)

8 février

Mon cher Monsieur,

Le tableau des „Buveurs“ dont vous me demandiez le prix est vendu.

Votre tout devoué,
h. Daumier.

ÜBERSETZUNG:

Mein lieber Herr,
Das Gemälde „Die Trinker“, für das Sie mich um den Preis gebeten haben, ist verkauft.

Ihr ganz ergebener,
h. Daumier.

Brief datiert 18. November 1842 von Honoré Daumier vermutlich an seinen Vermieter, in dem er um einen Zahlungsaufschub von einer Woche für die Miete bittet. Dann wird er in der Lage sein, ein Geschäft mit Braconneau abzuschliessen.

Monsieur

il m’est impossible de vous donner de l’argent avant huit jours faites moi le plaisir d’attendre jusqu’à cette époque ou je serais en mesure de terminer l’affaire Braconneau

Je vous salue
h. Daumier
18 Novembre 1842

Brief datiert Samstag, den 7. (ohne Monat und Jahr) von Honoré Daumier an eine unbekannte Person, die Daumier ein Musikstück gewidmet hat.

Samedi 7

Monsieur

J’accepte avec plaisir l’honneur que vous me faites en me dediant votre musique.
recevez Monsieur mes remerciments avec l’expression de ma considération distinguée

h.Daumier

J’étais absent je ne reçois qu’à l’instant votre lettre pardonnez moi ce petit retard

Brief datiert 16. Dezember 1862 addressiert an Mme Lobot in Paris:

Meine lieben Damen

Meine Frau hat sich beim Preis für ein kleines Möbelstück geirrt.
Der letzte Preis für das billigste ist 19 F statt 12 und das aus Rosenholz 18 F.
Wir drücken Ihnen ganz fest die Hand.

h.Daumier

(siehe auch Kommentare in Daumier news: Daumier über Armut vom 28.11.2011)

Undatierter Brief an Steinheil. Besitz des Metropolitan Museum of Art, New York, Watson Library.

Mein lieber Steinheil

Sie haben mir die Freude gemacht, mir die Adresse und den Namen des ausgezeichneten Perspektivisten zu geben, von dem Sie mir erzählt haben.
Bitte haben Sie die Güte, mir sofort zu antworten. Es ist für Millet, der ihn braucht und nur für ein paar Tage in Paris ist.

Ich drücke Ihnen die Hand.

h. Daumier

20 Boulevard Pigalle

Bemerkung eines unserer Leser, J. Pittet: Könnte der Brief an den Maler Auguste Steinheil (Louis Charles Auguste Steinheil, 1814-1885) gerichtet gewesen sein? Das Datum des Briefes muss vor 1864 liegen, denn nach diesem Datum gab es den Boulevard Pigalle in Paris nicht mehr.

Undatierter Brief von Daumier an seinen Herausgeber Beugniet über Zeichnungen.

Mon cher Monsieur Beugniet,

j’attends votre Raffet pour vous livrer le dessin. Vous seriez bien aimable si vous vouliez m’envoyer cent francs. Vous aurez les autres dessins avant mon départ.

Je vous serre la main.

H.Daumier.

ÜBERSETZUNG:

Mein lieber Herr Beugniet,
ich erwarte Ihren Raffet, um Ihnen die Zeichnung zu schicken. Es wäre sehr nett von Ihnen, wenn Sie mir 100 Francs schicken könnten. Sie werden die anderen Zeichnungen erhalten, bevor ich abreise. Ich reiche Ihnen die Hand.
H. Daumier.

Auguste Raffet, arbeitete als Zeichner für eine Reihe von satirischen Zeitungen. Er war ein Kollege von Daumier

Undated letter from Daumier to his editor Beugniet.

Vendredi soir

Mon cher Monsieur Beugniet

Votre petite tête est faite. J’attends la Bordure pour vous la livrer
vous me ferez bien plaisir si vous voulez m’en envoyer le montant demain Samedi ou Dimanche parce que le 29 au matin qui est Lundi j’ai a donner de lârgent sur ça.

Je vous serre la main
Cordialement

h.Daumier

(Friday evening
My dear Mr. Beugniet
Your small head is done. I am expecting the frame in order to deliver it to you. It would be very kind of you if you could send me the money tomorrow Saturday or Sunday because in the morning of the 29th, which is Monday, I have to make a payment. I shake your hand, Sincerely h.Daumier)

Undatierter Brief von Daumier an seinen Herausgeber Beugniet

Mon cher Monsieur Beugniet

Vous pouvez compter sur moi
Je m’associe de Grand Coeur é votre bonne pensée.

Bien a vous
h. Daumier

ÜBERSETZUNG:

Sehr geehrter Herr Beugniet,
Sie können auf mich zählen. Ich schließe mich mit Freude Ihren guten Gedanken an.
Mit freundlichen Grüßen h. Daumier

Undatierter Brief (vermutlich 1847) von Daumier (vermutlich ) an M. Deschamps.

Lundi 20 [décembre 1847]

Mon cher Monsieur

Je peux vous faire quelque dessin; quand vous aurez le temps de venir me voir nous causerons de cela
Je suis toujours chez moi dans la journée.
J’ai l’honneur de vous saluer

h.Daumier

ÜBERSETZUNG:

Mein lieber Monsieur,
ich kann eine Zeichnung für Sie anfertigen; wenn Sie Zeit haben, mich zu besuchen, werden wir darüber sprechen. Ich bin tagsüber immer zu Hause. Ich habe die Ehre, Sie zu grüßen,

h. Daumier.

Undatierter Brief von Daumier an seinen Freund Bernard.

Mon cher Bernard,

vous n’avez pas répondu à ma dernière lettre, nous sommes en peine, écrivez-nous un mot. Je vous en prie.
Moi et mon amie nous nous portons bien. Adieu nos chers amis, nous vous embrassons bien, un mot de suite.

h.Daumier

ÜBERSETZUNG:

Mein lieber Bernard,
Du hast auf meinen letzten Brief nicht geantwortet, wir machen uns Sorgen, schreibe uns bitte eine Nachricht. Mir und meinem Freund geht es gut. Leben Sie wohl, liebe Freunde, wir umarmen Sie, hoffen zu hören.

h.Daumier

Undatierter Brief von Daumier an Pierre Véron (1833-1900), Herausgeber des Charivari, in dem er sich dafür entschuldigt, dass er die Lithosteine nicht liefern konnte, da er krank war.

Dimanche

Mon cher Véron

j’ai été malade ces jours ci voilà ce qui m’a empechL de livrer mes pierres vendredi passé comme je vous l’avais promis je suis dans les purgations ça va mieux et j’espère bien envoyer mes pierres mardi au plus tard

Bien a vous
h. Daumier

Undated letter by Daumier to an unknown recipient.

Madame

je viens d’être arrété je vous prie de vouloir bien le faire savoir à Mr philippon je me recommande à son extrême obligeance Car je suis dans la position la plus pénible je suis au depôt de la prefecture

Honoré Daumier

Si vous pouviez remettre 9 frs au porteur qui vous remettra cela vous m’obligerez beaucoup.

ÜBERSETZUNG :

Madame,

I bin soeben verhaftet worden. Bitte richten Sie Mr. Philippon aus, dass ich mich in einer schwierigen Lage befinde in Polizeigewahrsam. k

Honoré Daumier

Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie dem Überbringer dieses Briefs 9 frs geben könnten.

ZUSÄTZLICHE INFORMATIONEN sowie die Abschrift dieses Schreibens wurden freundlicherweise von Joël Pittet zur Verfügung gestellt:

Datum: Daumier wurde am Donnerstag, den 30. August 1832, festgenommen.

Silber: 9 Francs von 1832 entsprechen etwa 120 Euro 2020

Brief von MILLET betreffend Daumier, datiert Barbizon, 14.April 1866

Mon cher Monsieur Moureaux,

Vous aurez bientôt votre dessin, ayez seulement encore un peu de patience. J’ai rencontré Daumier, à mon dernier voyage à Paris. Comme je ne peux assister au déjeuner qui vous est offert, je viens vous dire que je serai en imagination près de vous. Je vous donne une bonne poignée de main.

J.F. Millet
A bientôt.

ÜBERSETZUNG:

Mein lieber Herr Moureaux,

Sie werden Ihre Zeichnung bald erhalten, haben Sie nur noch ein wenig Geduld. Ich habe Daumier bei meiner letzten Reise nach Paris getroffen. Da ich dem Mittagessen, das Ihnen angeboten wird, nicht beiwohnen kann, komme ich, um Ihnen zu sagen, dass ich in der Vorstellung in Ihrer Nähe sein werde. Ich gebe Ihnen einen kräftigen Händedruck.

J.F. Millet
Bis bald.

MILLET Jean-François (1814-1875). Französischer Maler. Daumier und die Maler der Barbizon Schule der  1850er Jahre waren Freunde (Camille Corot, Jean-François Millet, Théodore Rousseau).

Brief von Henri Focillon (1881-1943), französischer Kunsthistoriker.
Signiert und datiert 18. Jan. 1939, an Jacques Lassaigne (1911-1983), französischer Kunstkritiker und zukünftiger Kurator des Musée d’Art moderne, Paris über Lassaignes Werk über Daumier.

TEXT: Monsieur, Je suis très sensible à l’envoi de votre beau livre…….

ÜBERSETZUNG: Sehr geehrter Herr, ich bin sehr dankbar für das schöne Buch, das Sie mir geschickt haben, und ich möchte Ihnen danken. Ich habe mit großem Interesse die Seiten gelesen, die Sie einem der solidesten, tiefgründigsten und verführerischsten Meister der französischen Schule gewidmet haben, und ich gratuliere Ihnen zu diesem Porträt. Nicht weniger gerührt bin ich von der Tatsache, dass Sie meine Artikel schätzen, von denen ich hoffe, dass Sie eine Seite am Ende Ihres Werkes abdrucken werden. Ich danke Ihnen für dieses Zeugnis unserer gemeinsamen Bewunderung für den großen Daumier und bitte Sie, den Ausdruck meiner vornehmsten Gefühle mit meinem Kompliment anzunehmen.
Henri Focillon

Undatierter Brief an DUPRÉ über ein Bild für den Kunstsammler Cléophas.

Mercredi
Mon cher Dupré
Vous pouvez dire à Cléophas que son tableau et fait.
Amitiés et à bientôt.
h.Daumier

ÜBERSETZUNG:

Mittwoch
Mein lieber Dupré
Sie können Cleophas sagen, dass sein Bild gemacht ist.
Liebe Grüße und bis bald.
h.Daumier

Undatierter Brief an eine unbekannte Person.

Mon cher Monsieur

votre dessin est fait
venez le voir
Tout a vous
h.Daumier

ÜBERSETZUNG:
Sehr geehrter Herr,
Ihre Zeichnung ist fertig. Kommen Sie sie anzuschauen.
Beste Grüsse
h.Daumier

Undatierter Brief von Arsène Alexandre betreffend sein Buch über Daumier.

Paris Mardi
Monsieur et cher maître.
Merci de tout coeur pour votre si bienveillante mention de mon étude sur Daumier.

J’y vois une nouvelle marque de la bonté que vous m’avez toujours témoignée et qui a été un si précieux encouragement lors de mes débuts à l‘ ….
Croyez à mon profond et respectueux dévouement
Arsène Alexandre

ÜBERSETZUNG:

Paris Dienstag
Sehr geehrter Herr und lieber Meister!
Ich danke Ihnen von ganzem Herzen für Ihre so wohlwollende Erwähnung meiner Studie über Daumier.

Ich sehe darin ein weiteres Zeichen der Güte, die Sie mir immer entgegengebracht haben und die mir bei meinen Anfängen an der …. eine so wertvolle Ermutigung war.
Glauben Sie an meine tiefe und respektvolle Ergebenheit.
Arsène Alexandre

Brief, in dem er die Widmung von Champfleurys Buch Les Excentriques (Michel
Lévy, 1852) akzeptiert.

Lundi matin [1851], à CHAMPFLEURY
«Enfin mon cher Champ Fleuri je vous réponds et vous prie de ne pas prendre pour de l’impolitesse mon extrême paresse à écrire […] Excusez-moi et recevez mes remerciements pour votre dédicace que j’accepte de tout coeur et qui me flatte beaucoup, quoiqu’elle m’honore trop modestie à part. Il est inutile que vous vous donniez la peine de venir puisque vous êtes pressé nous causerons de cela lorsque nous nous rencontrerons»…

ÜBERSETZUNG:
Montagmorgen [1851], an CHAMPFLEURY
„Endlich, mein lieber Champfleuri, antworte ich Ihnen und bitte Sie, meine extreme Faulheit beim Schreiben nicht als Unhöflichkeit zu verstehen […].
Entschuldigen Sie mich und empfangen Sie meinen Dank für Ihre Widmung, die ich von ganzem Herzen annehme und die mir sehr schmeichelt, obwohl sie mich zu sehr ehrt Bescheidenheit beiseite. Es ist unnötig, dass Sie sich die Mühe machen, zu kommen, da Sie es eilig haben, wir werden darüber sprechen, wenn wir uns treffen…“.

Handschriftliche und unterschriebene Bestätigung von Daumier erwähnend, dass Mr. Pascal 1’200 Francs bezahlt hat für das Gemälde „Galerie de théâtre“. Siehe weitere Details unter DR9088 im Daumier-Register

Brief von Daumier an seine Herausgeber 1853 (aus: Geoffroy-Dechaume Sammlung, dann Roger Passeron Sammlung)

Paris ce 22 Mars (?) 1853
Ayez la bonté de m’envoyer les sujets des caricatures que vous désirez avec les vues des lieux à représenter si vous le jugez nécessaire. Je vous demande, à vous éditeur, le prix qu’on me paye au Charivari, cinquante francs par sujet. Si cela vous convient, veuillez me faire savoir à qui je dois m’adresser pour les pierres (…)

ÜBERSETZUNG:
Paris, den 22. März (?) 1853
Seien Sie so gut und schicken Sie mir die Themen der Karikaturen, die Sie wünschen, mit den Ansichten der Orte, die dargestellt werden sollen, wenn Sie es für notwendig halten. Ich verlange von Ihnen als Verleger den Preis, den man mir im Charivari zahlt, fünfzig Francs pro Thema. Wenn das für Sie in Ordnung ist, lassen Sie mich bitte wissen, an wen ich mich wegen der Steine wenden soll (…)

Brief an seine Frau Alexandrine,

Mardi matin (28 août 1849). (Aus der Sammlung Roger Passeron)
« Ma bonne Didine, je ne t’écris qu’un tout petit mot aujourd’hui, je suis excessivement pressé. Ta dernière lettre m’a rendu très content, je vois que ta santé est bonne, tâche que cela aille de mieux en mieux, cela dépend de toi et à ton retour, on ne te reconnaîtra plus ». Il lui annonce qu’il a dîné la veille avec Muraire. « Adieu, ma négresse, je t’embrasse bien. Ne n’oublie pas auprès de madame Muraire, donne-lui une bonne poignée de main pour moi et un baiser à ses enfants».

„Meine gute Didine, ich schreibe dir heute nur ein ganz kleines Wort, ich habe es übermäßig eilig. Dein letzter Brief hat mich sehr glücklich gemacht, ich sehe, dass deine Gesundheit gut ist, bemühe dich, dass es dir immer besser geht, das hängt von dir ab und wenn du zurückkommst, wird man dich nicht mehr erkennen“. Er teilt ihr mit, dass er am Vorabend mit Muraire zu Abend gegessen hat. „Adieu, meine Negerin, ich küsse dich gut. Vergiss nicht, Madame Muraire zu besuchen, gib ihr einen Händedruck von mir und einen Kuss für ihre Kinder.“.

Handschriftlicher Brief von J. Michelet an einen unbekannten Empfänger.
Jules Michelet (* 21. August 1798 in Paris; † 9. Februar 1874 in Hyères, Frankreich), französischer Historiker. Die Veröffentlichung dieses Briefes erfolgte mit freundlicher Genehmigung von Herrn David Ganz. (zum Vergrößern auf das Bild klicken)

17 mars 64
Monsieur
je suis ami de M. Daumier, admirateur passionné de son talent. veuillez croire que je regrette infiniment de ne pouvoir me réunir à ses amis – une laryngite obstiné me défend de sortir le soir.
Recevez mes salutations cordiales
J. Michelet

ÜBERSETZUNG
Monsieur
Ich bin ein Freund von Herrn Daumier und ein leidenschaftlicher Bewunderer seines Talents. Bitte glauben Sie mir, dass ich es unendlich bedauere, mich nicht mit seinen Freunden treffen zu können – eine hartnäckige Kehlkopfentzündung verbietet mir, abends auszugehen.
Empfangen Sie meine herzlichen Grüße
J. Michelet

Undatierter Brief an Antoine Louis Barye (1795-1875) Bildhauer und Maler

Mon cher Barrye venez me voir si vous pouvez tout de suite
h Daumier
mardi soir

ÜBERSETZUNG:
Mein lieber Barrye kommen Sie mich besuchen wenn möglich sofort, wenn Sie können
h Daumier

Dienstag abend

Undatierter Brief an Louis Joseph Leroy (1812-1855), Journalist und Maler, der den Begriff „Impressionist“ erfand. Informationen und Abschrift des Briefes, freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Joel Pittet.
(Klicken Sie auf das Bild für Vergrösserung)

Mardi
Mon cher Leroy
Je suis obligé de partir Jeudi pour la campagne ma femme et moi où nous sommes engagés a passer les jours Gras. Voila ce qui m’empechera de me rendre à votre aimable invitation ce dont j’ai grand regret – j’ai tardé a vous répondre parceque j’esperais ne partir que dimanche mais ma femme aime mieux partir jeudi voila la chose
adieu mon cher ami recevez mes regrets et une poingé de main.
h.Daumier

ÜBERSETZUNG:

Dienstag
Mein lieber Leroy
Ich bin gezwungen, am Donnerstag mit meiner Frau und mir aufs Land zu fahren, wo wir uns verpflichtet haben, die fetten Tage zu verbringen. Ich habe Ihnen nicht so schnell geantwortet, weil ich gehofft hatte, erst am Sonntag abzureisen, aber meine Frau möchte lieber am Donnerstag abreisen, das ist die Sache.
Ich bin sehr froh, dass Sie sich für mich entschieden haben.
h.Daumier